Fremdwährungsdarlehen

Immobilienfinanzierung: Kosten senken mit Fremdwährungskrediten?

Das Darlehen wird in einer Währung aufgenommen, in deren Herkunftsland das Zinsniveau deutlich unter den Bauzinsen in Deutschland liegt (z.B. Schweizer Franken oder Japanische Yen). Aufgrund der niedrigen Zinsen steht bei vergleichbarer Belastung für ein herkömmliches Annuitätendarlehen in Deutschland ein höherer Betrag zur Tilgung des Darlehens zur Verfügung. Hierdurch kann also die Laufzeit des Hypothekendarlehens verkürzt werden. Noch besser wird die Bilanz des Investors, wenn die Finanzierungswährung im Kurs sinkt. Dann erhällt der Kreditnehmer beim Währungsumtausch mehr von der Fremdwährung für seine Euro. Das bedeutet z.B. während der Laufzeit eine noch niedrigere Zinsbelastung und zum Rückzahlungstermin einen zusätzlichen Kursgewinn. Üblicherweise werden diese Fremdwährungsdarlehen als endfällige Kredite zur Verfügung gestellt. Erst am Ende der Laufzeit wird die angesparte Tilgung zur Rückzahlung verwendet. In der Regel wird als Tilgungsträger ein Investmentsparplan oder eine Fondsgebundene Lebensversicherung vereinbart. An dieser Stelle können sich für den Kunden durch die Kursentwicklung der Anlage weitere Vorteile ergeben. Im Idealfall verbleibt am Laufzeitende noch ein Überschuss zur freien Verwendung. Grundsätzlich ist der Kreditnehmer mit diesem Darlehen verhältnismäßig flexibel (z.B. im Verkaufsfall), denn die Konditionen für Fremdwährungskredite werden meist nur kurzfristig festgeschrieben oder variabel zugesagt.

Aber wo Licht scheint, ist auch Schatten. Jeder der genannten Vorteile kann sich auch umgekehrt entwickeln. Insbesondere bei einer Kurssteigerung der Kreditwährung von mehr als zwanzig Prozent wird die Bank tätig: Entweder sind zusätzliche, werthaltige Sicherheiten zu stellen oder sie wandelt das Darlehen in einen Euro-Kredit um und realisiert damit die Kursverluste des Kunden. Bei gleichzeitiger Zinssteigerung wird im Extremfall die vermeintlich günstige Finanzierung regelrecht gesprengt.

Fazit: Investoren, die sich für ein Fremdwährungsdarlehen entscheiden, sollten bereits über weitreichende Erfahrungen mit spekulativen Geldanlagen verfügen, um die Chancen und Risiken dieser Finanzierungsart hinreichend realistisch einschätzen zu können. Weiterhin ist ein ausreichender Vermögens- und Einkommenshintergrund notwendig, um Zins- und Kursschwankungen der Kreditwährung stets ausgleichen zu können. Auch die Inanspruchnahme eines professionellen Währungsmanagements kann die Risiken dieser Finanzierungsform in Grenzen halten.

zurück