Riester Fondssparpläne
Wie nicht anders zu erwarten, ist natürlich auch die Vielfalt innerhalb der sogenannten Riester Fondssparplänen oder Investmenttarife groß. Wir wollen im Folgenden die Funktionsweise der etablierten Anbieter aufzeigen, ohne einen einzelnen Tarif als ausschließliche Vorlage zu nutzen.
In der Ansparphase werden die eingezahlten Beiträge auf zwei Töpfe verteilt. Ein Teil des Beitrages fließt in einen konservativen Kapitalerhaltungstopf. Dieser Topf dient am Ende dazu, die staatlich vorgeschriebenen Garantien sicher zu stellen. Der verbleibende Teil des Sparbetrages fließt dann in die Investmentanlage. Die prozentuale Gewichtung ergibt sich dabei aus der Restlaufzeit des Vertrages. Bei einem kurz laufenden Riester-Vertrag muss der Anteil des Beitrages, der in den Kapitalerhaltungstopf fließt, viel größer sein als bei einem Vertrag mit einer langen Laufzeit. Daraus lässt sich die einfache Empfehlung ableiten, dass diese Tarife eher für jüngere Personen geeignet sind, da hier der Anteil der Investmentanlage höher ausfüllen kann.
Im Gegensatz zu den Hybridtarifen aus dem Versicherungsbereich können Sie Ihre Anlage aber nicht während der Laufzeit selber managen. Sie überlassen dem Anbieter die Kapitalanlageentscheiden, d.h. Ihre Anlage wird durch das Instrument Dachfonds betreut. Unseres Erachtens bietet diese Vorgehensweise Vor- aber auch entscheidende Nachteile: Der Vorteil liegt in der für Sie einfachen Administration, d.h. Sie müssen sich um die Kapitalanlage während der Laufzeit "keine Sorgen machen" und können die Entscheidungen den Fachleuten überlassen. Diesen vermeintlichen Vorteil kann man aber auch aus dem Blickwinkel der fehlenden Freiheit heraus negativ beurteilen. Während in manchen Hybridpolicen Fonds mit Anlageschwerpunkt Rohstoffe, Agrar oder erneuerbare Energien angeboten werden, sind im Rahme der Fondssparpläne nur die konservativeren Dachfonds zu finden.
Die eigentliche Revolution findet dann aber erst zum Rentenbeginn statt. Denn die oben beschriebene Zweiteilung bleibt bestehen. Ein Teil des angesparten Vermögens wird in eine Rentenversicherung eingezahlt. Diese Rentenversicherung übernimmt ab dem 85-sten Lebensjahr des Riestersparers die monatlichen Auszahlungen in Form einer Leibrente. Der andere Teil des Vermögens wird auch weiterhin in eine Mischung aus Aktien und Rentenpapieren investiert. Hier wird voraussichtlich die gleiche Fondspalette benutzt wie schon in der Ansparphase. Aus dieser kleinen Revolution in der Auszahlphase der Tarife ergeben sich zwei Besonderheiten:
- In der Auszahlphase gibt es keine zusätzlichen Verwaltungskosten
- Verstirbt der Riestersparer vor dem 85-sten Lebensjahr, geht das angesparte Guthaben nicht in den Topf des Kollektivs - wie zum Beispiel bei den Versicherungstarifen. Aus diesem Grunde wird das Restguthaben voll (gegebenenfalls abzüglich Förderung) an die Erben des Verstorbenen ausbezahlt. Sofern der Ehepartner einen Riestervertrag hat, kann der Übertrag sogar förderunschädlich erfolgen.
Bei den verschiedenen auf dem Markt befindlichen Tarifangeboten sind dann unterschiedliche zusätzliche Garantiebausteine wählbar. Lesen Sie bitte hierzu unsere Artikel zu den Themen Höchststandsicherung, Garantiefonds, Unitised with profits oder Variable Annuities.
Einen umfassenden Marktüberblick im Rahmen eines persönlichen Angebotes erhalten Sie in unserem umfangreichem Riester-Renten-Vergleich.




