22. November 2009 Elmar Konrath

Bei regelmäßiger Lektüre der einschlägigen Wirtschaftsmagazine wird meines Erachtens aktuell sehr häufig vor einer in Zukunft möglichen Inflation oder sogar einer Hyperinflation gewarnt. Dagegen warnen einige Wirtschaftsexperten aber vor einer Deflation. Für uns eine gute Gelegenheit sich den beiden Phänomenen vorsichtig zu nähern. Im ersten Teil unserer kleinen Serie werden wir die beiden volkswirtschaftlichen Begriffe erläutern und gegenüberstellen. In den kommenden Ausgaben unserer FinanzInfo werden wir dann Argumente nennen, die das Auftreten von Inflation oder Deflation in unserer kurz- bzw. mittelfristigen Zukunft begünstigen oder sogar bestimmen könnten.

Unter Inflation wird ein deutlicher Anstieg des Preisniveaus infolge einer längerfristigen Ausweitung der Geldmenge durch Staaten oder Zentralbanken verstanden. Es verändert sich also das Tauschverhältnis von Gütern zum Geld: Für Güter muss mehr Geld gezahlt werden, das heißt sie werden teurer.

Besonders interessant ist vielleicht auch das Phänomen der „gefühlten Inflation“, welches besonders in Europa nach Einführung des Euro zu beobachten ist: es kam zum Auseinanderklaffen zwischen den Inflationsraten, wie sie von der Bevölkerung laut Umfragen wahrgenommen wurden, und denjenigen, wie sie die statistischen Ämter ermittelten. Die „gefühlte Inflation“ lag deutlich höher als die amtliche Inflationsrate. Das lag daran, dass alltägliche Ausgaben wie Lebensmittel, Heizung und Verkehr einen höheren Preisanstieg hatten als teurere, wie Computer, Autos oder Pauschalreisen. Zudem werden „Leistungssteigerungen“, zum Beispiel von Computern oder MP3-Playern mit in die Inflationsrate eingerechnet, so dass deren Preisindex formal sinkt, obwohl die Preise aktueller Gerüte gleich bleiben oder steigen können.

Gegenteilige Effekte entstehen bei der Deflation. Die Geldmenge sinkt, was zu einer Steigerung der Kaufkraft führt: Güter werden demnach günstiger. Problematisch daran ist, dass sinkende Preise zu einer merklichen Kaufzurückhaltung der Konsumenten führen, da diese mit weiter sinkenden Preisen rechnen können.

Problematisch ist hierbei besonders, dass deflationäre Tendenzen die Gefahr einer gewissen Dauerhaftigkeit aufweisen. Litt ein Land einmal unter einer deflationären Phase, so bestand die große Gefahr einer selbsterhaltenden bzw. sogar selbstverstärkenden Tendenz: Sinkende Preise führen zu einem Rückgang der Nachfrage. Dies führt wiederum zu einer niedrigeren Auslastung der Produktionskapazitäten und damit zu weiter sinkenden Preisen. Diesen Kreislauf bezeichnet man im Allgemeinen als Deflationsspirale, welche schwierig zu durchbrechen ist. Als bestes Beispiel kann hier Japan genannt werden, wo bereits seit den 90-ern fallende Preise zu beobachten sind.

Inflation Deflation
Steigende Geldmenge Sinkende Geldmenge
Güter werden teurer Güter werden günstiger
Nachfrage geht zurück Nachfrage geht zurück

Köln, im November 2009

Elmar Konrath
Dipl.-Volkswirt

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